Wann sollte ich mich auf Geschlechtskrankheiten testen lassen?
Anlaufstellen für STI-Tests
Geschlechtskrankheiten ist die umgangssprachliche Bezeichnung für sexuell übertragbare Infektionen (en. sexually transmitted infections, kurz: STI).
Über STI informiert zu sein kann helfen, Gesundheitsrisiken abzuschätzen sowie sich und andere zu schützen. Neben Verhütungsmethoden ist das Testen auf STI eine Schutzmaßnahme, um bestehende STI behandeln zu lassen und die Ausbreitung dieser zu vermeiden.
Zwei Menschen, die sich nackt in den Armen liegen.
Es gibt verschiedene sexuell übertragbare Infektionen, die sich in Häufigkeit, Übertragungswegen, Symptomen, Testart und Behandlungen unterscheiden können. Aus gesundheitlicher Perspektive ist es sinnvoll den eigenen STI-Status zu kennen, um bestehende STI behandeln lassen zu können. So können Langzeitfolgen durch unbehandelte STI verhindert werden.
Ein STI-Test ist insbesondere zu empfehlen, wenn…
… Symptome auftreten, die auf eine STI hinweisen könnten (z.B. Juckreiz oder Hautveränderungen an den Genitalien, Schmerzen beim Wasserlassen)
und/oder
… ein*e Sexualpartner*in Dich informiert, dass diese*r eine ansteckende STI hat.
In diesen beiden Fällen ist die Testung eine Krankenkassenleistung. Das heißt, Du kannst Dich bei Ärzt*innen (am besten bei Dermatolog*innen) testen lassen ohne dafür bezahlen zu müssen, wenn Du gesetzlich krankenversichert bist. Dermatolog*innen sind Fachärzt*innen für Haut und STI.
Folgende STI-Testungen sind ebenfalls Krankenkassenleistungen:
1x jährlich Chlamydien-Testung bis 26 Jahre in gynäkologischen Praxen &
einmalige Testung auf Hepatitis B und Hepatitis C für Menschen ab 35 Jahren.
Routine-STI-Testungen sind Testungen ohne bestimmten Testanlass, also z.B. Testungen ohne Symptome oder Mitteilung von Sexualpartner*innen über eine bestehende Infektion. STI-Testungen zur Routine werden leider nicht von den Krankenkassen übernommen.
Regelmäßige Testungen sind jedoch sinnvoll, da teilweise trotz bestehender STI keine Symptome auftauchen oder diese nicht bemerkt werden. Durch Routine-Testungen können unbemerkte STI entdeckt und behandelt oder geheilt werden. Auch wenn Barriereverhütungsmittel wie Kondome (intern oder extern) oder Lecktücher zum Schutz vor STI beim Sex verwendet werden, ist regelmäßiges Testen bei wechselnden Sexualpartner*innen sinnvoll.
Grund dafür ist, dass manche STI, wie z.B. Chlamydien, auch über Schmierinfektionen übertragbar sind. Barriereverhütungsmittel reduzieren das Übertragungsrisiko erheblich, über Schmierinfektionen ist jedoch trotzdem eine Übertragung z.B. am Kondom vorbei möglich.
Ob und welche Tests wann sinnvoll sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. durchgeführte Sexpraktiken, angewandte Verhütung, wechselnde Sexualpartner*innen, PrEP-Einnahme, Zeitspanne zwischen letztem Sexualkontakt und Testung.
Du kannst Routine-Testungen bei Gesundheitsämtern oder bei Teststellen der Aidshilfe durchführen lassen. Dort wirst Du bei Bedarf auch dazu beraten, welche Tests individuell für Dich sinnvoll sind. Das ist in der Regel günstiger als Testungen bei Ärzt*innen, wenn diese selbst gezahlt werden müssen.
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Quellen:https://www.aidshilfe.de/medien/md/infomappe-beratung/stis/wer-sollte-sich-auf-welche-geschlechtskrankheiten-wie-oft-testen-lassen/https://www.aidshilfe.de/medien/md/hiv-aids-hepatitis-und-geschlechtskrankheiten/https://www.liebesleben.de/fuer-alle/safer-sex-und-schutz/verhuetung-und-safer-sex/